Der Begriff Akupunktur leitet sich vom lateinischen acus=Nadel und pungere= stechen ab.
Aufgrund ihrer wissenschaftlich dokumentierten Erfolge ist die Akupunktur in den letzten Jahren zunehmend populärer geworden und bietet auch für die Tiermedizin v.a. im Bereich der Bewegungsstörungen eine zusätzliche Therapiemöglichkeit.
Die seit ca. 3000 Jahren in China praktizierte Humanakupunktur entwickelte sich auf der Grundlage der Erfahrung, dass die Einwirkung spitzer Gegenstände auf die Haut Beschwerden lindern kann. Dieses Prinzip wurde bereits seit 900 v. Chr. auch in der Tierakupunktur angewandt.
Ziel der Akupunkturbehandlung ist es immer, das durch eine Erkrankung gestörte Gleichgewicht
(Yin - Yang) wiederherzustellen.
Indikationen für eine Akupunkturbehandlung sind in erster Linie Schmerzhafte Störungen des Bewegungsapparates, die durch eine Fehlbelastung, Verletzungen, Muskel- und Sehnenzerrungen entstanden sind. Dabei spielen in der Tiermedizin v.a. Wirbelsäulenschmerzen und Gelenkserkrankungen (Knie, Hüfte, Ellenbogen usw) eine Rolle.
Aber auch Organerkrankungen (Magen-Darmentzündungen o.ä) sowie Hauterkrankungen können durch die Akupunktur beeinflusst werden.
Interessant ist auch die Möglichkeit einer psychischen Einflussnahme, z.B. zur Beruhigung nervöser Hunde oder Bewältigung vergangener psychischer Erlebnisse. Desweiteren besitzt die Akupunktur eine allgemein stimulierende Wirkung auf das Immunsystem und kann als zusätzliche Maßnahme bei der Bewältigung von Schmerzen und Muskelverkrampfungen eingesetzt werden.
Bei starken Gelenksveränderungen (Arthrosen) kann die Akupunktur schmerzlindernd eingesetzt werden.
Nicht sinnvoll und damit nicht zu befürworten ist der Einsatz der Akupunktur bei schweren Infektionskrankheiten, Tumoren (Krebs) und allen chirurgisch zu behandelnden Erkrankungen.
Akupunktursitzungen finden bei Hund und Katze in der Regel 1 – 2 x pro Woche statt; es werden meist 10 – 15 Nadeln verwendet. Jede Nadel verbleibt einige Minuten im Tier.
Akute Erkrankungen benötigen zur klinischen Besserung meist nur 2 – 4 Sitzungen; chronische Erkrankungen einen deutlich längeren Therapiezeitraum. Nach spätestens 8 – 10 Sitzungen sollte auch hier eine Besserung zu erkennen sein.