Home / Wir informieren / Katze / FIP /  18.05.2012


Die feline infektiöse Peritonitis der Katze

FIP ist die Abkürzung für feline infektiöse Peritonitis und bedeutet: ansteckende Bauchfellentzündung der Katze.

Dabei handelt es sich um eine weitverbreitete Infektionserkrankung, die von einem sogenannten Corona-Virus ausgelöst wird. Es wurde erst Anfang der 60er Jahre entdeckt. Ca. 40 % aller Katzen haben sich bereits mit dem Erreger auseinandergesetzt. Da die Viren aber unterschiedlich bösartig sind, erkranken nur einige Tiere. Insbesondere junge Katzen zwischen 6 Monaten und 2 Jahren, aber auch ältere Tiere über 10 Jahre sind besonders gefährdet. Die Ansteckung erfolgt immer über die Schleimhäute, insbesondere im Nasen-Rachen-Raum.

Die Krankheit äußert sich typischerweise dadurch, dass sich Flüssigkeit in Bauch und Brusthöhle ansammelt. Doch können auch alle anderen Organe erkranken. Charakteristisch ist dabei das Auftreten von Knötchen an den Blutgefäßen. Die Knötchen sind besonders häufig in der Leber, am Darm, in der Niere, aber auch im Gehirn und im Auge zu finden.

Bei jeder Katze mit chronischem Schnupfen, chronischem Durchfall und ZNS-Erkrankungen besteht deshalb der Verdacht auf eine Infektion mit FIP. Leider können nur mehrere, verschiedenartige Bluttests zusammen zur Diagnose führen.

Das FIP-Virus führt zu einer völligen Zerstörung des körpereigenen Abwehrsystems, indem es unkontrolliert Immunkomplexe bilden lässt. Dadurch wird verständlich, dass auch modernste Wissenschaft und Forschung bis heute noch keine Möglichkeit zur Beeinflussung der Krankheit gefunden haben, wenn sie einmal ausgebrochen ist. Sie gilt als unheilbar und ist es auch.

Den einzigen Schutz bietet eine Impfung, die erst seit kurzem möglich ist. Der Impfstoff wird in die Nase getropft, um gleich an der Eintrittsstelle die Aufnahme des Virus zu verhindern. Um auf den Impfstoff reagieren zu können und eine eigene Virusabwehr zu bilden, muß die Katze mindestens 16 Wochen alt sein. Eine Wiederholung nach 3 Wochen ist notwendig.

Die Übertragung des Virus erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt zwischen Katze und Katze über den Nasen-Rachen-Raum. Selten wird auch von einer Ansteckung durch infizierten Speichel berichtet, der z. B. an der Kleidung hängen bleibt. Allerdings ist das Virus außerhalb der Katze nur sehr kurzlebig.

Geimpft werden müssen Katzen, die immer zu Hause sind, aber z. B. während des Urlaubs in eine Katzenpension gebracht werden. Geimpft werden sollten darüber hinaus alle freilaufenden Katzen. Kein Labortest kann uns aber sagen, ob sich die Katze nicht gerade angesteckt hat. Da Impfungen in der sogenannten Inkubationszeit, d.h. von der Aufnahme des Virus bis zum Auftreten von ersten Krankheitszeichen, nicht wirksam sind, können Erkrankungen in dieser Zeit noch auftreten. Sie dauert im allgemeinen bis zu 6 Monaten. Nach dieser Zeit ist bei regelmäßiger Schutzimpfung die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Erkrankung äußerst gering.

Beherrschen lässt sich die Krankheit aber nur durch verantwortungsbewusstes Verhalten der Katzenzüchter. Man hat nämlich herausgefunden, dass die von der Mutter auf Katzenbabys übertragenen Abwehrstoffe die kleinen Kätzchen in den ersten 6 Wochen ihres Lebens vor der Erkrankung schützen, wenn sie nur mit ihrer Mutter zusammenkommen. Danach sollten sie isoliert werden, bis mit 16 Wochen eine wirksame Impfung möglich ist. So kann man dann nach und nach eine FIP-freie Zucht aufbauen.

Will man ein junges Kätzchen aus unkontrollierter Umgebung, z. B. von einem Bauernhof bei sich aufnehmen, so sollte man darauf achten, dass es schon vor Abschluss der 6. Lebenswoche in das neue Zuhause kommt. Vor Abschluss aller Grundimpfungen, also vor dem Alter von 5 Monaten darf es dann das Haus nicht verlassen. Jeder Kontakt mit anderen Katzen muss bis dahin vermieden werden.

Die feline infektiöse Peritonitis ist zwar eine gefährliche, ja unheilbare Erkrankung, doch können Sie Ihre Katze oft schon durch einfache Verhaltensregeln davor schützen.

Falls noch Fragen auftauchen, wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt.